Geschmacksbildung

Geschmacksbildung

Sie betreten die Ausstellung und erinnern sich an Ihren letzen Abend, an dem Sie doch noch eine Kleinigkeit essen wollten und von Imbiss zu Restaurant zu Kneipe geschlendert sind. Vor jeder Tür steht ein Schild, wenn nicht sogar ein Kellner, und verweist auf das, was geboten wird. Anja Teskes Arbeit verweist auf den Geschmack. „Geschmacksbildung“, so lautet der Ausstellungstitel. Was verbirgt sich dahinter? Sie können zunächst Platz nehmen. Wie im Restaurant. Und sich durch die Bilder den Gaumen erwärmen und die Augen essen lassen. Sie können sich wie eine Speisekarte die Aufsteller anschauen und vergleichen, welches Marmeladenbrot gerade das richtige Rot für Ihre Stimmung hat, und dazu ein Käsebrot wählen, in einem Hauch von Cremegelb oder lieber kräftig dunkel? Gestrichen auf Brot mit einer Grundierung Butter. Mal bis zum Rand die Butter und wenig Marmelade und dann, für einen anderen Geschmack, die Marmelade in der Ausdehnung, die die Leinwand Brot hergibt. Es ist die Art von Malerei, die jeder morgens beim Frühstück übt. Nur isst jeder sein Brot dann auf und schaut es nicht lange an und liest vielleicht dabei noch die Zeitung. Nun, im Restaurant würden Sie vielleicht einen Salat dazu bestellen und stellen Sie sich vor, Anja Teske beleuchtet ihn für Sie. Das macht Sie am liebsten. Der Salat wird zum Objekt und Sie beißen rein. Knackig sollte er schon sein. Als Nachspeise – überlegen Sie nicht lange – wechseln Sie den Tisch. Es gibt Äpfel und Birnen. Können Sie sich entscheiden? Vergleichen Sie mal.